Lieblink der Woche: Das Innocence Project

In unserer Reihe “Lieblink der Woche” stellen wir Ihnen eine Webseite vor, die Sie unbedingt gesehen haben sollten. Heute geht es um die Seite des Innocence Projects – einer Organisation, in welcher Juristen pro bono die Fälle von Verurteilten überprüfen, die ihre Unschuld beteuern: 325 zu Unrecht verurteilte Straftäter konnten bislang so ihre Freiheit zurückerlangen. 

Im Jahr 1992 gründeten Barry C. Scheck und Peter J. Neufeld, beide Jura-Professoren an der Benjamin N. Cardozo School of Law / Yeshiva University das Innocence Project. Gerade im Hinblick auf die in den USA drohende Todesstrafe wollten die Gründer widersprüchliche Fälle neu aufrollen und unschuldig Verurteilten helfen. Zumeist erfolgt diese Hilfe mittels DNA-Tests, die entweder zum Zeitpunkt der Verurteilung noch nicht möglich waren oder später aus anderen – meist finanziellen – Gründen nicht erfolgt sind. Erschreckende Tatsache: 75 % der sitzen wegen der falschen Identifizierung durch Augenzeugen im Gefängnis.

27 Jahre unschuldig hinter Gittern

Derzeit arbeiten neben den beiden Gründern sechs Vollzeit-Anwälte, unterstützt durch zahlreiche Jurastudenten und Freiwillige, an 300 offenen Fällen. Die allein durch Spenden finanzierte Organisation wurde in der deutschen Presse bekannt, als sie James Woodards Unschuld bewies, der 27 Jahre zu Unrecht inhaftiert war. Er war beschuldigt worden, seine Freundin vergewaltigt und ermordet zu haben. Eine Nachbarin glaubte, ihn nachts gesehen zu haben. Der DNA-Test konnte eindeutig beweisen, dass die Spuren an der Leiche von einem anderen Täter stammten. Woodard hatte in unzähligen Briefen erfolglos um eine Wiederaufnahme seines Verfahrens gebeten. Seine Anträge wurden stets abgelehnt mit der Begründung, er würde das System mit all seinen Anträgen missbrauchen wollen.

Diesen und noch viele weitere, schier unglaubliche Fälle finden Sie auf der Webseite des Innocent Projects: www.innocenceproject.org

9. Mai 2018|Fundstück, Lieblink, News|